Urgeschichte

Vor 5 Millionen Jahren bis 3500 v.Chr

Sie befinden sich in unmittelbarer Nähe der „Caverne du Pont d’Arc“, Nachbildung der Chauvet-Höhle, die zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört. Vor 36 000 Jahren haben die Menschen des Aurignacien (jüngere Altsteinzeit) an dieser wichtigen Fundstätte parietaler Kunst ein Meisterwerk mit springenden, jagenden oder kämpfenden Tieren geschaffen.

In unserer Gegend ist menschliche Präsenz in allen Epochen der Urgeschichte bezeugt und zahlreiche Höhlen mit bemalten Felswänden erinnern an die ersten Künstler der Menschheit.
Dank der unermüdlichen Arbeit des Dorflehrers Léopold Chiron wurde die Chabot-Höhle 1878 als Europas erste Höhle mit Wandmalereien entdeckt.

Die ersten Dolmen, heute noch sichtbar, wurden zur gleichen Zeit wie die ägyptischen Pyramiden von einer Bevölkerung, die Ackerbau und Kleinviehzucht betrieb, errichtet.
Dolmen sind Gemeinschaftsgrabstätten, die während 1000 Jahren errichtet wurden. Die Nekropole der „Géandes“, inmitten des Laoul-Waldes in Bourg-Saint-Andéol besteht aus sechs Dolmen in verschiedener Bauweise. Sie stehen unter Denkmalschutz ebenso wie der Dolmen „Champvermeil“ in Bidon.

Antiquity

3500 v. Chr. Bis 476 n. Chr

Seit dem 1. Jahrhundert vor Christus gehört die Süd Ardèche, Helvien genannt, zur römischen Provinz GalliaTransalpina. Unter der Herrschaft Kaiser Augustus (-27 v. Chr. – 14 n. Chr.) wird sie neu geordnet und heißt nun GalliaNarborensis. Die Helvier haben Rom und Caesar während des Gallischen Krieges unterstützt. Ihre Hauptstadt, Alba-La-Romaine, wird großzügig von Rom dafür belohnt und erlebt einen kulturellen Aufschwung. Während des 1. und 2. Jahrhunderts entstehen mehrere Bauwerke (Tempel, Forum, Theater). Der Weinbau entwickelt sich, die Christianisierung und der Mithra-Kult erreichen die Gegend.

Aus der galloromanischen Vergangenheit sind nur noch wenige denkmalgeschützte Überreste vorhanden: Römische Brücke über den Fluss Escoutay in Viviers, Flachrelief des Gottes Mithra, antiker Sarkophag wieder verwendet für die Reliquien des Heiligen Andéol und ein Altar in Bourg-Saint-Andéol.

Nach der Überlieferung hat der Heilige Andéol das Gebiet von Helvien christianisiert. Er hat im Hafen von Bergoiata-le-Haut gegenüber dem heutigen Bourg-Saint-Andéol in Anwesenheit des Kaisers Septimus Severus gepredigt. Er weigerte sich seinem Glauben abzuschwören und wurde daraufhin auf Befehl des Kaisers 208 enthauptet. Die Lehre desChristentums verbreitete sich und wurde ab 392 die offizielle Religion des Römischen Reichs. Der Bischofssitz, seit dem 4. Jahrhundert in Alba-La –Romaine, wurde gegen 475 nach Viviers verlegt.

Mittelalter

476 n. Chr. Bis um 1492

Der Bischof von Viviers, Herr des Vivarais Gebiets, profitiert von der günstigen Lage der Stadt am Rhône Ufer und dem damit verbundenen Handel und kulturellem Austausch. 1308 findet der Anschluss an das Königreich Frankreich statt.

Die religiöse Vergangenheit ist in zahlreichen romanischen Bauwerken gegenwärtig: Dom von Viviers, Kirchen von Bourg-Saint-Andéol und kleine Kirchen und Kapellen Larnas, Saint-Vincent de Gras, Saint Just, Saint-Sulpice de Trignan, Saint-André de Mitroys in Saint-Montan, Cousignac, Chalon, …).

Die Burg und das Dorf von Saint-Montan sind ein typisches Beispiel der mittelalterlichen Architektur. Im Domviertel von Viviers sind die Befestigungsanlagen aus dem Mittelalter erhalten.
Die Festung von Aiguèze überragt die Ardèche und gehört zum Verband der schönsten Dörfer Frankreichs.
Überreste mittelalterlicher Bauten findet man auch in Bourg-Saint-Andéol, Viviers und Gras.

Neuzeit

um 1460 bis zur Französischen Revolution

Trotz der Zerstörungen während der Religionskriege sind einige bemerkenswerte Renaissance Bauten erhalten geblieben. Die Fassade des „Maison des Chevaliers“ in Viviers gilt als eines der Meisterwerke der französischen Renaissance. Die Stadt Bourg-Saint-Andéol profitiert von der Anwesenheit des Bischofs und königlichem Schutz. Der Baustil der Bischofsresidenz, grundlegend verändert während des 16. Jahrhunderts, bleibt gotisch in seiner Struktur und Gestaltung. Das herrschaftliche Stadthaus, „HôtelNicolaÿ“, teilweise zerstört bei der Bombardierung am 15. August 1944, markiert den Übergang von Gotik zur Renaissance. Gleichermaßen sichtbar am „Château du Bosquet“ in Saint-Martin-d’Ardèche.

Auf die Krisenzeit am Anfang des 17.Jahrhunderts (Religionskriege, Pest von 1629) folgt ein wirtschaftlicher Aufschwung, der die Schifffahrt und den Handel auf der Rhône begünstigt.
In Bourg-Saint-Andéol wird das Rhône Ufer befestigt, es entstehen mehrere herrschaftliche Patrizierhäuser, die Stadt entwickelt sich (Wasserversorgung und Brunnenbau). „Hôtels“ Doize, de Gabriac, Pontal de Megret, Bonnot de Villevrain, Digoine zählen zu den zahlreichen Bauwerken des Stadtzentrums, die unter Denkmalschutz stehen.
Aus der Zeit der Gegenreformation sind die Ordenskloster Récollets, der Ursulinen (heutiges Rathaus), Mariä Heimsuchung (heute Présentation de Marie) erhalten.

Die Rückkehr des Bischofs nach Viviers begünstigt ein architektonisches Wiederaufleben mit den Bauwerken des Architekten Franque aus dem 18.Jahrhundert: Bischofsresidenz (heute Rathaus), Stadtpalais Roqueplane (heute Bischofsresidenz), Kirche Notre-Dame-du-Rhône, Patrizierhäuser Tourville, de Beaulieu und de Surville.

Moderne

1789 bis heute

Zahlreiche Trockenmauern und Hütten aus dem 19.Jahrhundert bezeugen eine intensive Weide- und Landwirtschaft auf dem Kalkplateau von Gras. In Bourg-Saint-Andéol wird außerhalb der Stadtmauer gebaut. Im „Vallon de Tourne“ entsteht ein neues Waschhaus, mehrere Brunnen und Statuen werden in der Stadt errichtet. Das Zeitalter der industriellen Revolution hat unsere Gegend erreicht. Hängebrücken über die Rhône werden erbaut. In Viviers stellt die Familie Lafarge Zement her und baut eine Mustersiedlung für ihre Arbeiter. Die Arbeiterstadt „Cité Blanche“ steht heute unter Denkmalschutz.

An den Surrealismus des 20.Jahrhunderts erinnert das Haus von Max Ernst in Saint-Martin-d’Ardèche. Nach dem 2.Weltkrieg wird der Rhône Kanal gebaut, eine Panorama-Straße in der Ardècheschlucht eröffnet und das Kernkraftwerk von Cruas in Betrieb genommen. All diese Veränderungen beeinflussen den Lebensstil der ansässigen Bevölkerung.

Die Krokodilfarm ganz in unserer Nähe und die Ardècheschlucht sind das Reiseziel von Tausenden von Besuchern.

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